„Man braucht eine Idee und Motivation - dann wird am Ende alles gut.“

David Pham und Amir Ouadahi (Paint the Town Studios)

Wie man sein Hobby zum Beruf macht und was Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit beachten sollten, erzählen die beiden Gründer Amir und David von Paint the Town Studios im Interview. Amir (Absolvent, Anglistik und Informationswissenschaft M.A.) und David (Absolvent, Modernes Japan M.A.) haben sich im März 2013 selbstständig gemacht.

Was ist das Konzept eurer Firma „Paint the Town Studios“?

David:
Wir erstellen Imagefilme oder Eventdokumentationen als Bewegtbilder oder Fotografie, vor allem für kleinere Unternehmen.

Wie seid ihr zu eurer Geschäftsidee gekommen?

Amir:
Wir kennen uns aus dem Bachelorstudium an der Universität. Die Geschäftsidee entstand zufällig: Ich habe ein Praktikum in einer Online-Marketing-Firma gemacht, und sollte dort Videos erstellen, um potentiellen Kunden unsere Dienstleistungen vorzustellen. Ich habe dann David angesprochen und er hatte direkt Lust an diesem Projekt mitzuarbeiten.

David:
Zwei Initialaufträge aus dem privaten Umfeld haben zu weiteren Aufgaben geführt. Am Anfang haben wir es nur aus Spaß gemacht, aber als dann immer mehr Anfragen kamen und die Leute uns auch bezahlen wollten, haben wir uns gedacht: Wenn wir damit Geld verdienen können, dann lass es uns doch ausprobieren.

Wie seid ihr dann diese Selbstständigkeit angegangen?

Amir:
Das war total planlos. Auf die Tipps eines Steuerberaters hin, haben wir ein Gewerbe angemeldet, und dann ging es los – ohne einen Businessplan aufzustellen oder groß darüber nachzudenken.

Musstet ihr euch trotzdem noch zusätzliches Wissen aneignen? Wer hat euch dabei geholfen?

Amir:
An der Uni sind wir auf die DIWA aufmerksam geworden, das hat uns auf jeden Fall sehr geholfen. Am Wichtigsten war vielleicht dass sie uns einen Platz in den HHU-Gründerräumen verschafft haben. Dort bekommt man auch ein Coaching durch die DIWA. Dabei haben wir unser Wissen in Bereichen wie Steuern, BWL oder einer Kundenbedarfsanalyse erweitern können.

David:
Wie wir direkt an den Aufträgen und den Umsätzen sehen konnten, hat sich unsere Effizienz durch das Coaching enorm gesteigert. Ich rate allen, die sich selbstständig machen wollen, sich mit anderen über die Gründung auszutauschen. Man braucht, gerade wenn man zu zweit ist, manchmal eine dritte, ganz neue Sicht auf die Herausforderungen des Gründens.

Was sind bei euch bisherige Meilensteine oder Erfolge, auf die ihr stolz seid?

David:
Auf jeden Fall das Gefühl, mit dem Gründerbüro im LSC eigene Büroräume zu haben. Das hat einem das Gefühl vermittelt: Jetzt sind wir tatsächlich selbstständig.

Amir:
Andere wichtige Meilensteine waren auch Aufträge für Großunternehmen. Das bestätigt einen und zeigt, dass die eigene Arbeit gut ankommt.

Was motiviert euch besonders bei eurer Arbeit?

Amir:
Motivierend ist auf jeden Fall immer das Resultat. Wenn man am Ende ein qualitativ hochwertiges und in sich stimmiges Ergebnis vorzeigen kann, geht man die nächsten Aufträge mit noch größerer Begeisterung an. Gerade wenn man viel kreativen Freiraum hat, ist es besonders toll, auch wenn das Ergebnis natürlich am Ende dem Kunden gefallen muss.

David:
Natürlich bleiben Projekte besonders im Gedächtnis, die an spannenden Locations stattfinden. Wir haben schon mehrere große Projekte gefilmt, beispielsweise einen ganzen Tag in der Schwebebahn in Wuppertal. Dabei sind wir ganz offen, wir arbeiten deutschlandweit und waren sogar einmal in Österreich. Wir sind auch schon für Kunden nach Holland an den Strand gefahren – eine Strandlocation gibt es in der direkten Umgebung eben nicht. Die Größe des Projekts macht die Erfahrung zu etwas Besonderem und macht großen Spaß, da jeder in diesem Metier natürlich davon träumt, einmal einen Film zu produzieren.

Wie ist denn das Gefühl, selbstständig zu sein?

Amir:
Es ist schwierig, was mir anfangs noch gar nicht so bewusst war. Gerade in der Selbstständigkeit kannst du nicht sagen, wie viel Euro du jeden Monat zur Verfügung hast. Als Selbstständiger hast du Ausgaben, an die du als Angestellter gar nicht denkst: Du musst dich und dein Equipment selber versichern oder deine Altersvorsorge selber regeln – das sind große Aufgaben, die auf einen zukommen. Das schreckt im ersten Moment ab, aber mich motiviert es auch.

David:
Ich glaube man muss auch der Typ dafür sein, um dieses Risiko einzugehen und auch einmal etwas zu wagen. Ich sehe es auch als Herausforderung an: Es fehlt uns noch an Erfahrung, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wenn man eine Idee hat und die Motivation, das durchzuziehen, dann wird am Ende alles gut.

Wenn ihr auf euren bisherigen Weg zurückschaut: Was habt ihr gelernt, was würdet ihr heute anders machen und welche Tipps würdet ihr anderen Unternehmensgründern geben?

David:
Also definitiv Finanzplanung! Finanzplanung und Buchhaltung vor allem. Wenn man in diesem Bereich die Übersicht verliert, wird es später echt schwierig.

Amir:
Wie bereits gesagt, haben wir diesen Überblick nicht von Anfang an gehabt und uns in einigen Momenten gedacht: Hätten wir es mal früher gemacht! So gut die Idee und die Zusammenarbeit sind, wenn das Geld nicht da ist, um das Unternehmen am Leben zu halten, kann man es nicht weiter fortführen. Ich würde jedem mit einer Idee raten das Gründen zu versuchen und auszuprobieren.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Amir:
Im Moment machen wir noch sowohl Fotos als auch Videos. Unser Hauptaugenmerk ist eigentlich Film. Gerade die Online-Medien wie Facebook und Youtube werden immer größer, dafür produzieren wir viel. Viele Unternehmen sind dort noch nicht mit eigenen Videos präsent und das ist ein großer Markt für uns. Als Fotograf an Aufträge zu kommen, ist deutlich schwieriger.

David:
Für die Zukunft möchten wir gerne wachsen und uns in die Richtung einer kleinen Agentur entwickeln. Dabei würden wir dann mehr Projektmanagement betreiben und Aufgaben delegieren. Wir haben uns im Laufe der Zeit bereits ein großes Netzwerk aufgebaut und kennen viele Leute in der Branche.

Viel Erfolg weiterhin und danke für das Gespräch!

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