„Just do it - einfach machen und ausprobieren, man kann nichts verlieren.“

Moritz Hoffmann und Wenxin Zhang (Foto: David Pham / Amir Ouadahi)

Wie man schnell eine gute Idee umsetzen kann, erklärt Gründerin Wenxin von GEP im Interview.

Was genau ist die Idee hinter deinem Unternehmen GEP und was ist das Besondere daran?

Wenxin:
Ich habe Wirtschaftswissenschaften studiert und während des Studiums GEP Consulting GmbH gegründet, GEP ist dabei die Kurzform für German Education Partners. Die Firma berät, vermittelt und betreut chinesische Schüler und Studenten an deutschen Internaten und Universitäten. Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir nicht nur vermitteln und beraten, sondern auch während des Aufenthalts in Deutschland betreuen.

Wie ist die Idee entstanden?

Wenxin:
Ich habe erkannt, dass viele chinesische Agenturen bei der Vermittlung von chinesischen Schülern und Studenten an Bildungseinrichtungen in Deutschland keine umfassende Unterstützung und Betreuung in Deutschland vor Ort anbieten. So kam ich auf die Idee, mich mit einem Rund-um-Sorglos Angebot selbstständig zu machen.

Wird dein Service gut angenommen und wie viele Schüler und Studierende hat GEP bisher betreut?

Wenxin:
Wir haben jetzt über 130 Kunden [Stand: März 2016] erfolgreich betreut und vermittelt. Man muss sagen, dass wir uns in den ersten 2 Jahren, während ich noch studiert habe, in der Vorbereitungsphase befunden haben. Wir haben erst in den letzten anderthalb Jahren wirklich angefangen zu vermitteln und ich war selber über den Erfolg überrascht.

Kann man sagen, was die größten Schwierigkeiten sind, die chinesische Schüler oder Studenten in Deutschland haben?

Wenxin:
Die größte Schwierigkeit ist sicherlich die Sprache, weil man ohne Sprachkenntnisse unheimlich viele Probleme und Integrationsschwierigkeiten hat. Ein weiteres Hindernis ist, dass sich die chinesischen Studierenden und Schüler oft in Gruppen zusammenfinden, in denen sie kein Deutsch sprechen müssen. Wenn man hier allerdings erfolgreich sein möchte, muss man sich in die deutsche Gesellschaft integrieren, wobei wir natürlich helfen.

War die Selbstständigkeit schon immer dein klares Ziel oder ist der Gedanke der Gründung erst mit der Idee gekommen?

Wenxin:
Für mich war das von Anfang an klar. Ich habe mich schon zur Gründung entschieden, noch bevor ich wusste, womit ich mich selbstständig machen wollte. Meiner Meinung nach ist diese Entscheidung wichtiger als die Idee an sich. Wenn alles funktioniert, dann ist es auf jeden Fall besser, wenn man sein eigener Chef ist. Das Unternehmen gibt es mittlerweile seit über drei Jahren. Bisher funktioniert alles ganz gut und hoffentlich geht das so weiter.

Wie bist du die Gründung angegangen, nachdem einmal die Entscheidung feststand, dass du dich selbstständig machen möchtest?

Wenxin:
Mein Motto war „Just do it“. Ich habe mein Telefon genommen und damit angefangen, Partner zu akquirieren. Das Konzept hatte ich im Kopf, also habe ich mich bei Internaten und Schulen mit meiner Agentur gemeldet, ihnen meine Idee erklärt und mich informiert, welche Voraussetzungen es gibt, um eine Zusammenarbeit eingehen zu können. Ich hab also einfach gemacht und nicht großartig überlegt. Natürlich habe ich mir auch den Markt angeschaut: Es gibt viele Uni-Vermittlungen, aber nur wenige Internatsvermittlungen, weshalb ich mich erstmal auf diese Schulform konzentriert habe.

Welche Hilfen hast du ansonsten in Anspruch genommen?

Wenxin:
Vor zwei bis drei Jahren haben wir uns beim Gründerpreis der Stiftung der deutschen Wirtschaft beworben. Dabei unterstützt diese Stiftung junge Unternehmer und bietet eine intensive Betreuung durch Coaching und Workshops. Durch das CEDUS bzw. die DIWA bin ich auf den Gründerservice der HHU aufmerksam geworden, durch die wir dieses Büro bekommen haben, was uns weiter nach vorne gebracht hat.

Du hast alleine angefangen. Wie groß ist das Team nach drei Jahren mittlerweile?

Wenxin:
Wenn man Deutschland und China zusammenzählt, befinden sich im Team mittlerweile acht festangestellte Mitarbeiter. Mir haben immer Freunde oder Kommilitonen geholfen, die an dem Projekt mitgearbeitet haben. Wir befinden uns momentan auch noch im Wachstum. Es ist jedoch schwer, Leute zu finden, die sowohl Deutsch als auch Chinesisch und dazu am besten noch Englisch sprechen und zu der Philosophie der Firma passen.

Kann man in einem so jungen Unternehmen schon von einem Arbeitsalltag sprechen?

Wenxin:
Ja, auf jeden Fall. Wir haben ja mittlerweile auch ein richtiges Büro im Life Science Center, wodurch automatisch ein Alltag entsteht. Es war aber schon von Anfang an so, dass wir jeden Tag viel zu tun hatten, was für ein Start-up immer ein gutes Zeichen ist.
Unsere Kundenbetreuer arbeiten meistens schon etwas früher, um die Zeitverschiebung zu China mit einzubeziehen. Sie machen auch viel am Wochenende, wenn z.B. chinesischen Eltern uns bezüglich Rückmeldung zu ihren Kindern kontaktieren.
Wir kümmern uns auch um neue Kooperationen und reisen zu verschiedensten Partnern und Veranstaltungen wie Messen. Mein eigener Arbeitsalltag besteht sehr viel aus Reisen. Ich bin alle zwei Monate in China und bin in der Zwischenzeit auch in ganz Deutschland unterwegs.

Wie funktioniert die Kundenakquise? Musst du viel Marketing oder Werbung machen?

Wenxin:
Diese Frage bekomme ich oft gestellt, dabei ist es eigentlich ganz einfach: Die meisten Kunden erhalte ich durch Empfehlungen. Wir machen kaum Werbung, es hat sich dann herumgesprochen, dass der Service bei uns so gut ist. Chinesen sind einfach sehr gut vernetzt. Außerdem kommen potentielle Kunden auf Messen in China auf uns zu.

Was sind deine Pläne für die Zukunft? Wo soll es hingehen mit GEP?

Wenxin:
Wir wollen auf dem chinesischen Markt Fuß fassen und einer der größten Vermittler für Studierende und Schüler werden. Im Geschäft mit Internatsplätzen sind wir sogar bereits das zweitgrößte Unternehmen und wollen Marktführer werden. Unsere Uni-Vermittlung wollen wir aufbauen, wobei wir uns dabei momentan auf Business Schools konzentrieren, da ich damit selber Erfahrungen habe. Wir wollen in zwei bis drei Jahren in China unsere Strukturen gefestigt haben und dann andere Länder ins Ziel nehmen.

Hast du noch Tipps für andere Gründer, die sich ebenfalls selbstständig machen wollen?

Wenxin:
Wie ich bereits sagte: Just do it, macht es einfach! Viele Leute planen viel zu viel und haben zu große Sorgen vor den möglichen Konsequenzen. Man sollte sich von sich selbst und von anderen nicht verunsichern lassen – einfach machen und ausprobieren, man kann nichts verlieren.

Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt:
GEP Consulting GmbH
Merowingerplatz 1
40225 Düsseldorf
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